Von Prüfern, Prüflingen und einer gewissen Nervosität

IMG_9956…auf beiden Seiten.

Nun war es endlich soweit, nach meiner Berufung der Handelskammer Hamburg zur Prüferin habe ich ende Juni mit meinen beiden Kollegen im Prüfungsausschuss 4 hamburger Kaufleuten in Spe die Mündliche Prüfung abgenommen.

Der Tag der Prüfung.

Es ist 8:00 Uhr. Ich stehe am Bahnsteig, mit den notwendigen Unterlagen bepackt fällt mir auf, dass ich schon lange nicht mehr zu dieser Tageszeit mit der Bahn gefahren bin.

Die Bahn kommt und ich steige ein. Menschen beobachten gehört mit zu einer meiner liebsten Beschäftigungen. Viele schauen mit geneigten Köpfen konzentriert auf ihre Smartphones und Tablets. Mir schräg gegenüber sitzt ein Herr, gut gekleidet, sehr gepflegtes Erscheinungsbild, ein Hauch von Dandy-Style. Vermutlich prüft er alle seine Mails, ehe er im Büro ankommt. Auf der anderen Seite das gleiche Bild, allerdings ist es eine Frau, sie schaut auf ihre Papiere und macht sich mit einem Stift kleine Notizen.

Auch ich hole meine Unterlagen raus, die Zeit lässt sich gut nutzen, um sich noch einmal die Prüfungsordnung durchzulesen. Paragraph um Paragraph, recht gut verständlich. Nun ist mein Wissen, in welchem Rahmen wir uns bewegen wieder aufgefrischt.

Es ist inzwischen 8:20 Uhr, ich beschließe, so gut in der Zeit liegend, an der Lohmühlenstraße auszusteigen und den Charme der Langen Reihe am Morgen zu genießen. Auf dem Weg noch schnell ein Kaffee geholt, in Schaufenster gespäht, gedanklich kleine Notizen gemacht „da musst du unbedingt diese Woche nochmal rein.“

Es ist 9:00 Uhr, wir betreten den Fahrstuhl des Gebäudes in dem wir unseren Prüflingen hoffentlich die Zeugnisse der bestandenen Prüfungen überreichen dürfen. Die Räume sind sehr hübsch anzusehen, das Ambiente ist angenehm. Eigentlich kein Ort an dem man sich unwohl fühlen müsste. Aber das ist vor Prüfungen ja meistens nicht relevant, wie schön oder karg ein Raum eingerichtet ist.

Eine Woche vorher haben wir uns schon zur Sichtung der Berichtshefte und zur Erarbeitung der Prüfungsfragen hier getroffen. Mein Prüfling, dessen Aufgabe ich erarbeitet habe, ist um 11:00 Uhr bei uns.

Ich bin schon etwas nervös, zu meiner letzten Prüfung saß ich noch auf der anderen Seite des Tisches, jetzt bin ich eine der Personen, vor der ich zwei jahre zuvor noch „Bammel“ hatte…(„hoffentlich hat der Prüfer einen guten Tag…“ging es mir durch den Kopf). Wir machen uns Gedanken darüber, wie wir am besten die Tische stellen, damit der Prüfling nicht das Gefühl hat, er säße einem Tribunal gegenüber. Stellen Traubenzucker und Getränke bereit. Stifte und Papier. Eine letzte Besprechung –  es kann losgehen.

Es ist 10:00Uhr. Der erste Prüfling ist da. Wir begrüßen sie und erledigen die Formalitäten. Kontrolle der Personalien und die wichtigste Frage, nach dem Gesundheitszustand. Sie sucht sich eine der zwei gestellten Aufgaben aus und hat 15 Minuten Zeit sich darauf vorzubereiten. das Prüfungsgespräch darf maximal 20 Minuten dauern. Vor Ablauf der zeit ist das Gespräch beendet, wir besprechen uns zur Notenfindung und bitten danach unseren Prüfling wieder herein.

„Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung!“  Ein Satz, der nicht nur Prüflinge glücklich macht!

Um 11:00Uhr ist mein Prüfling vorstellig. Eine junge Frau, recht selbstsicher, 3 Jahre ausgebildet in einer meiner liebsten Unternehmen, welches sich hauptsächlich mit feiner Tischkultur beschäftigt. Geschirr, Gläser, Bestecke und vieles mehr bekommt man dort. Besonders interessant war für mich zu erfahren, wie gut sich solch große Unternehmen um ihre Azubis kümmern. Dass gerade ich ein Prüfling aus diesem Unternehmen zugewiesen bekommen habe, war ein schöner Zufall. Das Sichten des Berichtsheftes sprach schon dafür, dass hier Azubis ernst genommen und so gefordert und gefördert werden, wie man es sich vorstellt. Mit meiner gestellten Aufgabe sollte Sie gut zurechtkommen und so sollte es sein, die Prüfung war ganz wunderbar, bestanden!

Um 14.00Uhr sind alle Prüfungen beendet, alle haben bestanden. Einer weitere Stunde nimmt die Nachbearbeitung der Unterlagen, unter Anderem, in Anspruch. Danach verlassen wir die Räume und gehen noch eine Kleinigkeit Essen.

Die Stimmung ist nach wie vor sehr gut, es hat viel Freude bereitet. Es war natürlich auch anstrengend, da wir alle sehr konzentriert waren, aber dennoch! Ich freue mich schon auf die nächsten Prüfungen. Auf die nächsten Spektren des Wissens. Kurze Momente im Leben eines Menschen, für den sich neue Wege ergeben, für den eine Prüfung auch richtungsweisend ist. Wann das ist, weiß ich noch nicht, vielleicht im Winter, vielleicht im nächsten Sommer.

Mit diesen Eindrücken wünsche ich euch einen schönen Tag, genießt die Sonne, trinkt genug und vergesst die Sonnencreme nicht 😉

Herzliche Grüße

Katharina ❤

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